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Liebe Offenburgerinnen und Offenburger, am 08. März liegt die Zukunft der Fliegergruppe Offenburg in Ihren Händen. Die geplante Umwandlung unseres Flugplatzes in ein Gewerbegebiet würde das Ende unserer langjährigen Vereinsgeschichte bedeuten.

Die Ursprünge der Fliegerei in Offenburg gehen zurück auf das Jahr 1911, der Verein an sich wurde 1929 gegründet. Heute sind wir eine Gruppe von 300 Mitgliedern, davon ca 180 aktive Piloten und Pilotinnen in den Sparten Motorflug, Segelflug und Ultraleicht. Gerne wird der Sportflug als Hobby der Reichen Elite dargestellt und es stimmt, billig ist es nicht - aber preiswert in etwa vergleichbar mit ambitionierten Golfen oder Segeln. Wir teilen uns das Material und die Kosten und so kommen auf unsere Piloten 5 vereinseigene Motormaschinen und weitere Ultraleichtmaschinen, Motorsegler und Segler. Als Mitglieder leisten wir unsere Arbeitsstunden - viele mehr als sie im Jahr Flugstunden erreichen um Gerät und Platz in Ordnung zu halten - eine Vereinsgemeinschaft wie man es auch als Sportler oder Musiker kennt. Übrigens, rund 60% aller Berufspiloten und Pilotinnen beginnen ihre Karriere im Flugverein, so sind auch einige Offenburger über diesen Einstieg in die Verkehrsfliegerei gekommen. Die Stadt sagt, wir können ja umziehen nach Lahr - die ist sowohl aus Platzmangel in Lahr als auch durch die Tatsache, dass dort kein Segelflug möglich ist leider ausgeschlossen und die weiteren Vereine Kehl und Altdorf, haben auch nicht die Flächen uns und unser Material aufzunehmen - faktisch wäre eine Entscheidung für das Gewerbegebiet ein Todesurteil für uns als Verein.

Zerstörte Wein- und Obsternte und Schäden an Gebäuden und Fahrzeugen schiebt die Hagelabwehr aktiv einen Riegel vor, durch die Ausbringung von Silberiodid am Rand von Gewitterzellen werden die Wolken zum Abregnen gebracht und somit die Bildung von Hagelkörnern vermieden. Die kommt allen zu Gute - Landwirtschaft, Wein- und Obstbau, sowie den Fahrzeugbesitzern und Unternehmen. Die zwei Flugzeuge der Hagelabwehr Ortenau e.V. starten aus Offenburg um schnell im Einsatzgebiet zu sein, dies vermeidet jährlich große Hagelschäden und kann bei Start auf benachbarten Flughäfen auf Grund der längeren Rüstzeit nicht gewährleistet werden. Die Stadt sagt - die Hagelabwehr kann ja nach Lahr umziehen, dies ist formal natürlich möglich, jedoch mit mehreren Nachteilen behaftet. In Lahr gelten feste Betriebszeiten, so kann die Hagelabwehr je nach Tageszeit nicht mehr untersützen. Zudem gelten in der sogenannten Kontrollzone andere Verfahren, so dass sich ein Abflug langwieriger gestaltet. Die Hagelflieger waren in der Vergangenheit bereits am Baden Airpark stationiert und hatten hier genau mit den genannten Nachteilen zu kämpfen - ein entsprechendes Statement der Hagelabwehr findet sich hier: https://www.stadtanzeiger-ortenau.de/offenburg-stadt/c-lokales/hagelabwehr-braucht-dann-neuen-standort_a119725

Fliegerei und Umweltschutz, wie geht das zusammen? Tatsächlich ist der Flugplatz mit seinen 20HA Fläche vor allem Magerwiese in ökologisch wertvoller FFH* Qualität mit einer schmalen Asphaltbahn in der Mitte. Seit rund 100 Jahren nicht gedüngt finden sich hier beste Bedingungen mit dem angrenzenden Waldgebiet und Hecken sowie Büschen und dem im Süden angrenzenden Königwaldsee für Flora und Fauna. So finden sich etliche Reptilien, Insekten und Vögel der roten Liste auf dem Platz. So sind auch der BUND und der NaBu der Meinung, dass der Flugplatz in seiner jetzigen Form erhalten bleiben sollte, um das Zusammenspiel im Habitat nicht zur gefährden. Siehe: https://ortenau-journal.de/ortenau-direkt/umweltverbaende-bund-und-nabu-warnen-gewerbegebiet-am-flugplatz-offenburg-bedroht-wertvolle-wiesen/
Aktuell müssen wir auch im Segelflug auf den Start mit Motorflugzeugen zurückgreifen, da die angrenzende JVA den Einsatz der sonst üblichen Seilwinde unterbindet, generell würden wir uns freuen mit Planungssicherheit in Zukunft an der aufkommenden batterieelektrischen Fliegerei teilzunehmen und unsere Hallen entsprechend mit Photovoltaik ausstatten.
* FFH - Fauna-Flora-Habitat-Mähwiesen sind arten- und blütenreiche, extensiv bewirtschaftete Heuwiesen, die europaweit unter Schutz stehen. Sie dienen als Lebensraum für viele Pflanzen- und Tierarten und werden meist nur 1-2 Mal jährlich ohne oder mit wenig Dünger gemäht. Sie umfassen die Typen "Magere Flachland-Mähwiese" und "Berg-Mähwiese".

Nach Angaben der Stadt bietet Offenburg mit einer Einwohnerzahl von knapp 62.000 und nahezu 2.500 Betrieben und Arbeitsstätten rund 56.000 Erwerbstätigen Beschäftigung.
Mit 700 sozialversicherungspflichtig Jobs je 1.000 Einwohnern liegt Offenburg weit über dem Landesdurchschnitt in Baden-Württemberg (434).
Es kommen täglich über 35.000 Berufseinpendler zur Arbeit nach Offenburg - das hinterlässt seine Spuren.
Ein Oberzentrum hat die Aufgabe sind wirtschaftlich zu entwickeln, allerdings scheint der ÖPNV in Offenburg
nicht mit der wirtschaftlichen Entwicklung Schritt zu halten und so wiederholt sich die tägliche Routine im Stau. Ein weiteres Gewerbegebiet würde weitere Arbeitsplätze im Stadtgebiet schaffen, einem Gebiet das jetzt bereits deutlich über dem Schnitt des Landes liegt und dessen verbleibende unversiegelte Fläche von 20 Ha nun auch noch für noch längere Staus geopfert werden sollen - auch hier sagen wir klar NEIN.

Die Polizei nutzt den Offenburger Flugplatz bei Nachteinätzen zum Nachtanken, die Luftunterstützung zur Auffindung von vermissten oder in Not geratenen Personen ist somit wesentlich schneller und effektiver möglich und trägt zum Schutz der Offenburger bei. Lahr als Alternative? Im Gegensatz zur Tankstelle am Offenburger Flugplatz die auch in der Nacht angeflogen und genutzt werden kann, müsste in Lahr ein entsprechender Mitarbeiter vor Ort kommen, um die Tankstelle zu bedienen, so gab es in Offenburg 2025 ca. 300 Landungen zum aufnehmen oder absetzen von Einsatzkräften und rund 30 Betankungen.

Hitzerekord folgt Hitzerekord, der Klimawandel stellt Städte vor große Herausforderungen.
So sind versiegelte Flächen heute die Hotspots der Stadt, diese Erfahrung hat auch Offenburg mit dem Marktplatz gemacht, in Kürze beginnen die Bauarbeiten um mit einem Baumhain die versiegelte Fläche abzukühlen. Die Lage des Flugplatz im Südwestern der Kernstadt zusammen mit dem "Kinzigtäler" einem Wind der am Abend in der Wahrnehmung vieler Offenburger für Abkühlung bis in die Innenstadt führt. Ein Klimagutachten der Stadt widerspricht diesen Aussagen und sieht lediglich eine mäßige Auswirkung der potenziellen Bebauung auf die angrenzenden Stadtteile. Bleibt die Frage: Was ist maßgeblich für die Lebensqualität - weitere Gewerbesteuereinnahmen in einer Stadt, die bereits überproportional viele Arbeitsplätze bietet, oder die Offenhaltung der letzten verbliebenen Flächen mit der Möglichkeit echte Zukunftsbranchen im Bereich der Drohnenmobilität anzusiedeln?
